Prof. Dr. Georg Auernheimer auf www.socialnet.de (leicht gekürzt)


Nicoll lässt die Leser*innen anfangs wissen, dass er mit der Schrift „kein streng wissenschaftliches Buch, sondern ein politisches“ vorlege . Ja, er bezeichnet es bescheidenerweise sogar als Sachbuch. Dabei werden alle Daten und Aussagen auf das Gewissenhafteste in Fußnoten belegt. Den Kriterien der Wissenschaftlichkeit fügt sich das Buch nur insofern nicht, als darin keine fachspezifische Fragestellung mit entsprechender Methodik verfolgt wird. Wie das Inhaltsverzeichnis verrät, greift der Verf. Gesichtspunkte, Argumente und Fakten aus der Geschichts- und Wirtschaftswissenschaft, der Ökologie, den Naturwissenschaften, der Geologie und Soziologie auf, die er als Politikwissenschaftler in einen politischen Kontext stellt. In manchen Passagen scheut er auch nicht philosophische Reflexionen.
Seine „Provokation“ am Anfang besteht in einer Warnung: „Wir verbrauchen heute in einem Jahr 50 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum zur Verfügung stellt bzw. regenerieren kann“ . Das ist der Auftakt zu einer Abhandlung, in der die Unverträglichkeit und mangelnde Nachhaltigkeit unserer Produktions- und Lebensweise unter wechselnden Perspektiven beleuchtet wird.
Nachdem der Blick auf die „Vielfachkrise“ gelenkt, die exponentielle Entwicklung von Weltsozialprodukt und Ressourcenverbrauch veranschaulicht und an den Klimawandel erinnert wurde, verdeutlicht Nicoll das Versagen der Politik und die Ignoranz und Abwehrhaltung von uns allen. Dann holt er in einem historischen Exkurs weit aus, um im Rückblick auf die Neolithische Revolution das verhängnisvolle Spezifikum der Industriellen Revolution oder m.a.W. den Unterschied zwischen Agrargesellschaft und modernem Naturverhältnis sowie zwischen Feudalismus und Kapitalismus zu verdeutlichen (Kapitel 2 bis 10).
Nach der Erläuterung der beiden Hauptsätze der Thermodynamik, also des Entropie-Problems, werden in sieben Kapiteln die Triebkräfte und Folgen des ungebremsten Wachstums durchleuchtet. Ee macht auf den exponentiellen Charakter der Wachstumsprozesse aufmerksam, wobei er durchaus auch auf die Möglichkeit höherer Ressourcenproduktivität und nicht nur auf den damit einhergehenden Ressourcenverbrauch verweist. Andererseits werden der Konsumismus und die sinkende Arbeits- und generell sinkende Faktorproduktivität in Anschlag gebracht (Kapitel 11 bis 18).
Thema der Kapitel 19 bis 23 ist die Erschöpfung der Öl- und Erdgasvorkommen. Er stellt klart, dass Peak Oil noch lange nicht das Aus der Förderung bedeutet. Aber die sinkende Nettoenergie, bedingt durch den steigenden Energieaufwand bei der Förderung, wird als nicht weniger bedrohlich eingeschätzt. Unter anderem ist zunehmende Umweltzerstörung damit verbunden. Als Problem wird die vielseitige Abhängigkeit des fossilen Kapitalismus vom Öl gesehen, so dass das Ende dieser Ära nur auf Kosten Umwelt aufschiebbar ist.
Im letzten Teil (Kapitel 24 bis 28) geht es um die voraussehbare generelle Erschöpfung der industriellen Ressourcen (peak everything) und um die Gefährdung der Ernährungssicherheit unter den derzeit gegebenen Bedingungen. Auch wird das geopolitische Konfliktpotential bei zunehmender Rohstoffknappheit zu Bewusstsein gebracht.
In seinem Schlusswort „Was tun? Gut leben statt unendlich wachsen!“ greift Nicoll die Ideen der Degrowth-Bewegung auf, wobei er Bodenhaftung bewahrt und zum Beispiel davor warnt, einen Keil zwischen Ökologen und Gewerkschaften zu treiben. Er plädiert für eine schrittweise „Wachstumsrücknahme“.

Meine Anmerkungen und Notizen

PROBLEMAUFRISS
2. Mittendrin in der Vielfachkrise
Drei Krisen treffen zusammen und werden schon bald ihre Latenzphase verlassen und offen ausbrechen:
die Klimakrise
der Energiekrise
die Resourcenkrise (Übernutzung und Erschöpfung natürlicher Resourcen)

3. Die große Beschleunigung
Die Globalisierung des hedonistischen und konsumistischen Lebenstils in den Industrieländern führt in den Abgrund. Und zwar geradewegs. Er kann wahrscheinlich noch ein ganze Weile aber eben nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden. Wir verschieben und verdrängen diese fundamentale Erkenntnis.

4. Alles Klima, oder was?
Langfristig könnte der Klimawandel zur Mutter aller Krisen im 21. Jahrhundert werden
- hier sind die Klimafakten:
Gegenüber dem vorindustriellen Niveau hat sich die Erde um knapp ein Grad Celsius erwärmt.
Die beiden wichtigsten anthropogenen Treibhausgase sind Kohlendioxid (CO) und Methan (Cl-I.).
Das Treibhausgas Methan kommt in geringeren Konzentrationen als CO2 vor, ist aber etwa 22-mal klimaschädlicher. Hauptquellen für den Methanausstoß sind die Rinderzucht und der Reisanbau.
Noch wichtiger ist CO2. In der Atmosphäre herrscht die höchste CO2-Konzentration seit den letzten 15 Millionen Jahren vor. Hauptursache für den Ausstoß von Kohlendioxid ist die Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Die Industriestaaten verfeuern an einem Tag gigantische Mengen von Kohle, Gas und Öl. Und der Appetit auf fossile Brennstoffe wächst immer weiter. Geschätzt die Hälfte aller jemals geförderten fossilen Brennstoffe sind in den letzten 30 Jahren verbrannt worden." Der wichtigste fossile Brennstoff ist das Erdöl: Gegenwärtig wird jedes Jahr so viel Erdöl gebraucht, wie in einer halben bis einer Million Jahren in der Erdkruste gebildet wurde. Der globale Ausstoß von Kohlendioxid steigt immer weiter. Zwischen 1970 und 2000 steigerte sich der CO2-Ausstoß um durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr. Danach wurde es schlechter, nicht besser: Zwischen 2000 und 2010 legten die globalen Kohlendioxid-Emissionen um 2,2 Prozent im Durchschnitt pro Jahr zu. Anders ausgedrückt: Seit 1970 haben die globalen CO2-Emissionen um mehr als 100 Prozent zugelegt.

Als zweitwichtigste Ursache für den Klimawandel neben der Verbrennung von fossilen Brennstoffen ist die Waldzerstörung zu nennen.l" Weitere wichtige Ursachen für den Klimawandel sind die Zementproduktion sowie die Landwirtschaft. 96 Prozent aller weltweit beobachteten Gletscher werden kleiner.l? Da sie Flüsse speisen, könnte in vielen Ländern der Wasserkreislauf empfindlich gestört werden.
Viele Entwicklungen beschleunigen sich. Exemplarisch ist die Entwicklung in Grönland: Der grönländische Eispanzer hat zwischen 2002 und 2011 etwa 6-mal mehr Eismasse verloren als zwischen 1992 und 2001.
Die Zahl der klimabedingten Naturkatastrophen'? hat sich in den letzten 40 Jahren verachtfacht.


5. Politik der Nicht-Nachhaltigkeit
Gemessen an den Notwendigkeiten müsste es im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeits-Abkommen reihenweise große Würfe geben. Müsste. Die Realität sieht anders aus.

DENKWEISEN
6. Die Software in unseren Köpfen
Erst in den Krisen beginnen die Menschen zu handeln.
Beispiel Osterinseln. Zu den gepflegtesten Mythen unserer Kultur gehört schließlich unsere Überzeugung, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben, dass wir so, wie wir leben, richtig leben.

GESCHICHTE
7. Eine extrem kurze Geschichte der Menschheit bis zum Mittelalter

8. Fortschritt und Naturbeherrschung

KAPITALISMUS
9. Vom Feudalismus zum Kapitalismus

"Kapitalismus bedeutet die Herrschaft der Gegenwart über die Zukunft.«
Harald Welzer, deutscher Sozialpsychologe

Umweltprobleme führen fast immer zur Wirtschaft. Wer Umweltverwerfungen verstehen und lösen will, kommt daher nicht daran vorbei, sich mit wirtschaftlichen Entwicklungen und deren Triebkräften zu beschäftigen.
Kurze präzise Beschreibung des Kapitalismus.
Kapitalismus ist mehr als nur ein Wirtschaftssystem. Er ist auch eine Art zu denken und zu leben. Er ist ein überaus wichtiger Teil unserer Kultur, des Betriebssystems in unseren Köpfen. Paul Ariès: „Der Feind kampiert in unseren Häusern. Er hat sich unserer Lebensweise bemächtigt und hat die Güter des täglichen Bedarfs vollständig befallen.“

Die Jugend der Problemviertel in den Großstädten, deren Integration in Politikerreden immer wieder als gescheitert beschrieben wird, ist in Wirklichkeit sehr stark dem Wertesystem des Kapitalismus verhaftet. Die Jugendlichen träumen, eines Tages einen BMW fahren zu können und so glatt auszusehen wie die Erfolgreichen.

10. Der globalisierte Finanzmarktkapitalismus
Drei wichtige Begriffen: Globalisierung, Postfordismus und Finanzialisierung der Ökonomie
Globalisierung bedeutet Entgrenzung
Postfordismus ist der Aufstieg des Neoliberalismus und damit eine paranoide Selbstentmachtung der Politik, die fahrlässige Auslieferung von öffentlichen Gütern an die Allmacht entfesselter Märkte und die schleichende Aushöhlung und Erosion von gesellschaftlichen Kernwerten wie Gerechtigkeit und Solidarität.

11. Entropie und Komplexität – entscheidende Begriffe
Nach den Theorien des realexistierenden Kapitalismus wie auch nach den Theorien planwirtschaftlicher Systeme verwandelt jede ökonomische Aktivität Wertloses in Werte. Eine Überzeugung die in Konflikt mit den Gesetzen der Thermodynamik gerät.



WACHSTUM
12. Wachstum! Oder der Sprung vom Maulwurfshügel auf den Mount Everest
Zwischen der ökologischen Krise und dem real existierenden Kapitalismus bestehen äußerst enge Zusammenhänge. Und das ist noch sehr diplomatisch formuliert. Die Wirtschaft ist, drückt man es in deutlichen Worten aus, ein Parasit der Biosphäre.

Wachstum führt nicht automatisch zu weniger Armut und zu einer Reduktion von Ungleichheit.
Soziale Lebensgrundlagen, gleichzeitig Lebensleistungen, haben aus der Sicht der volkswirtschaftlichen Gesamtrechung keinen Wert, denn die häusliche Kindererziehung, die Haus(halts)arbeit sowie die gesamte Subsistenzwirtchaft von der rund ein Drittel der Weltbevölkerung lebt, finden keinerlei Eingang in die Wachstumsberechnung.
(Subsistenzwirtschaft oder Bedarfswirtschaft bezeichnet eine grundlegende wirtschaftliche Strategie, bei der die Produktion vorrangig der Selbstversorgung ohne nennenswerte Überschüsse dient. Im Unterschied zur reinen Selbstversorgung schließt sie jedoch auch den Tauschhandel eigener Erzeugnisse auf lokalen Märkten ein. )

weitere Unterkapitel:
Quantitatives Wachstum, Wachstum in langer Frist, Ursachen des Wachstums, der Beginn einer neuen Ära, fossiler Kapitalismus, Entfesselung der Wachstumskräfte, Wachstum und Kohle ebnen den Weg zur Massendemokratie, Wachstum und Krisen

13. Energie, (un)endliches Wachstum und die blinden Flecken der herrschenden Ökonomik
Energie und Wachstum stehen in einer engen Wechselwirkung. Kein Ökonom würde das bestreiten. In den meisten Modellen der Mainstream-Ökonomik spielt dieser Zusammenhang keine überragende Rolle.


14. Wachstum und Ressourcenverbrauch.
Kann eine grüne Wirtschaft funktionieren?
Nein, denn Wirtschaftswachstum heißt nichts anderes, als dass der Energiefluß durch das System beschleunigt und verbreitert wird und dass mehr Rohstoffe verarbeitet werden. Die Verarbeitung bringt allerdings mit sich, dass Energie in einen Zustand der Nichtverfügbarkeit verwandelt wird. Unordnung und Komplexität steigen. Jede wirtschaftliche Tätigkeit ist unvermeidlich mit einer Vermehrung der Entropie verbunden. Das Entropiegesetz lässt sich halt nicht austricksen. Somit ist dem Publizisten Wolfgang Sachs zuzustimmen, der schon vor Jahren Folgendes festgestellt hat: »Was gegenwärtig in der öffentlichen Debatte common sense ist, ist unplausibel. In der EU, bei der deutschen Regierung und auch bei Teilen der Umweltforscher und Umweltfreunde, ist common sense, dass es möglich wäre, 80-90 Prozent weniger fossile Energien im Jahre 2050 zu nutzen, und gleichzeitig die Wirtschaftsleistung zu verdoppeln. (... ) Es ist nicht plausibel, zu glauben, dass man den ökologischen Fußabdruck drastisch verkleinern könnte, ohne auch den ökonomischen Fußabdruck zu verkleinern."
Das sieht auch der Umweltökonom William Rees so. "Wir müssen mit voller Überlegung die globale Wirtschaftsaktivität reduzieren«, meint der Miterfinder des ökologischen Fußabdrucks.e" Es sei die einzige Alternative, um einen ökologischen Kollaps zu verhindern.

15. Das Wachstum in unseren Seelen

In diesem Kapitel soll ein gänzlich anderer Blick auf das Wachstum eröffnet werden. Auf das der Wirtschaft, aber auch auf das persönliche. Wie kommt die Vorstellung unendlichen Wachstums in die Köpfe? Und macht Wachstum glücklich? Wie sich zeigen wird, macht dieser Blick es notwendig, das herrschende Wachstumsparadigma zu hinterfragen.
Das gilt natürlich nur für die Industrieländer, Die Üppigkeit unseres Besitzes steht in einem geradezu perverser Kontrast zur materiellen Armut vieler Menschen in der Dritten Welt. Während wir furchtbar viel haben, besitzt etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung kaum mehr als ein paar Habseligkeiten. Erst seit der Industrialisierung gibt es, wie gezeigt wurde, Wachstumsraten von mehr als zwei Prozent. Doch das gerät leicht aus dem Blick. Nicht zuletzt deshalb, weil Wachstum eine wichtige kulturelle Dimension hat. Vorstellungen von unablässigem Wachstum, von Entwicklung, Fortschritt und Wettbewerb stecken nicht nur in den äußeren Bedingungen unserer Lebenswelt, sondern haben sich auch in unserer Innenwelt installiert. Es gibt keinen Lebenslauf, keine Karriereplanung und keinen Bausparvertrag, der nicht von einer Zukunftsvorstellung getragen wäre, in der von allem mehr da ist. Mehr Wohlstand, mehr Raum, mehr vom Gleichen. Das auf Wachstum basierende Wertesystem hat sich bis in die kleinsten Nischen unserer Lebenswelt eingenistet. Kategorien wie Effizienz, Entwicklung, Fortschritt und Wettbewerb werden über vielfältige Kanäle (Schule, Medien etc.) vermittelt
(Siehe auch . Welzer, Harald: Die Magie des Wachstums. Warum unsere Kinder es einmal schlechter haben werden, S. 63, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 55. Jg., Nr. 6, 2010, S. 61-66.)


16. Wachstumszwänge und unwirtschaftliches Wachstum
Das Versprechen des Wachstums und des technischen Fortschritts war, uns frei zu machen. Wir sollten so leben können, wie wir wollen. Dieses Versprechen wurde nicht gehalten. Es gibt aber noch mehr Schwierigkeiten mit demWachstum. Der Terminus des wirtschaft-lichen Wachstums führt sich selbst ad absurdum. Anders formuliert: Besser wäre es, von unwirtschaftIichem Wachstum zu sprechen.
Die vorherrschende Ökonomie fordert eigentlich perfekte Marktinformationen und unbeschränkten Zugang zu Technologie und Ressourcen.
Wir haben stattdessen ein Wachstum unter Externalisierungsbedingungen. Ein solches Wachstum verursacht häufig mehr Schaden als Nutzen, jedenfalls dann wenn man die Ökobilanz einrechnet.
Unter dem Stichwort notwendiger Paradigmenwechsel werden die Schädigungen durch den Verkehr den Vorteilen gegenüber gestellt. Sehr aktuell (Juli 2017)
Das Problem des Wachstums als Voraussetzung gesellschaftlicher Stabilität in der Demokratie wird beleucht.
Zur Akkumulation nach Marx: Im Kapitalismus besteht der Wert einer Ware darin, dass sie mehr Geld einbringt als sie gekostet hat. Tut sie das nicht mehr, sackt ihr Wert in sich zusammen. Wenn das Wachstum einmal ausbleiben sollte, dann kollabiert der Kapitalismus als Wirtschaftssystem. (Wolfgang Streek)
Wachstum ist der sichtbare Ausdruck der Akkumulation von Kapital.
Zum innersystemischen Wachstumszwang gesellt sich ein Wachstumsdrang. Dieser ergibt sich daraus, dass die Geldgeber für ihr Risiko einen möglichst großen Reingewinn erzielen wollen. Stabilität und Null-Wachstum sind daher nicht möglich (Binswanger und die Wachstumsspirale)
Nicht mit dem Kaufen aufhören! Dazu Erich Fromm: Die sozio-ökonomische Struktur einer Gesellschaft formt den Gesellschaftscharakter ihrer Mitglieder dergestalt, dass sie tun wollen, was sie tun sollen.
In der Vergangenheit haben sich Menschen über ihren Beruf definiert. Dies gilt für das 20. Jhd. Heute scheint das Konsumverhalten die Identität der Menschen viel stärker zu prägen, z.B. durch Identifikation mit bestimmten Marken
Die Kolonisierung unseres Bewusstseins: geschieht durch Werbung und Marketing sowie die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche.
Der Kapitalismus intensiviert sich gleichzeitig in den schon kapitalistischen Gebieten: Flüsse und Meere, Plätze und Parks, Schulen und Universitäten, Theater und Veranstaltungen. Wir arbeiten intensiver und für weniger Belohnung. Die Verbraucher werden geistig zum Kaufen und Konsumierung zugerichtet.
90% amerikanischer CEOs geben an, dass es unmöglich sei, ein Produkt ohne die Begleitung durch eine Werbekampagne zu verkaufen. Und 85% sind der Meinung, dass die Werbung die Menschen häufig überzeuge, Dinge zu kaufen, die sie eigentlich gar nicht brauchen.

17. Die Logik des Immer-mehr
Die Frage ist, warum muss es immer mehr sein, warum kann es nicht genug sein?
Wirtschaft definiert sich nach Brockhaus: Gesamtheit alle Einrichtungen und Tätigkeiten zur Befriedung menschlicher Bedürfnisse. Es zählen aber nicht alle Bedürfnisse. Nur die Bedürfnisse von Menschen, die über Kaufkraft verfügen. Weltweit leiden 795 Millionen Menschen Hunger.

Zweitens Sättigung.

Drittens demonstrativer Konsum
Herve Kempf schreibt: »In den am besten entwickelten Ländern wie auch in den aufstreb-enden Schwellenländern ist ein großer Teil des Konsums die Antwort auf den Wunsch nach Zurschaustellung und Auszeichnung. Die Menschen sehnen sich danach, in der sozialen Rangordnung aufzusteigen, was mit der Nachahmung des Konsumverhaltens der überge-ordneten Klasse geschieht. Jene übergeordnete Klasse verbreitet also in der gesamten Gesellschaft ihre Ideologie der Verschwendung.«
Es geht um die Frage, warum man sich eine Luxuskarosse einer deutschen Edelmarke vor die Tür stellt, obwohl man auch mit einem einfachen und billigen Gefahrt von A nach B kommen könnte. Die Antwort dürfte in den meisten Fällen lauten: Damit der Nachbar vor Neid platzt. Geltungskonsum heißt das Zauberwort.
Veblens Grundthesen sind einfach: Jeder Mensch vergleicht sich mit anderen und trägt einen Wettbewerbsgedanken in sich, was nichts anderes heißt, als dass der Mensch besser als andere sein will. Jeder Mensch strebt nach Anerkennung durch andere, und diese Anerkennung versucht er auch durch sein Konsumverhalten zu erlangen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom ostentativen Konsum oder vom demonstrativen Konsum.

Auswege: Weit und breit ist, trotz einiger Menschen, die ihr Verhalten ändern, nicht erkennbar, was eine Veränderung des Konsumverhaltens bewirken könnte.


18. Gegenläufige Wachstumskräfte
»Es gibt ein Credo in der freien Marktwirtschaft, das bedeutet: Man darf den Hals nicht voll kriegen. Schon Ihre Urenkel werden doch jeden zweiten Monat ein neues Auto kaufen müssen.« Volker Pispers
Zwischenfazit: Wachstum allein macht nicht glücklich, beseitigt nicht automatisch die Armut und löst nicht die Umweltprobleme. Allerdings brauchen wir Wachstum, um unser gesellschaftliches und ökonomisches System stabil zu halten. Ohne Wachstum ist der Status quo nicht zu halten - zumindest nicht unter den gegenwärtigen Bedingungen.

PEAK OIL
19. Das Ölfördermaximum
Das möglicherweise schlagkräftigste Argument für das Erlahmen der Wachstumsmaschinerie ist die Verknappung fossiler Brennstoffe besonders des Erdöls.
Dazu ausführliche Erörterungen


20. Erdöl im Verkehr ersetzen – geht das (so einfach)?
Perspektivisch ist zu erwarten, dass sich der Verkehrsbereich von Benzin und Diesel wegbewegt und dass Strom eine größere Rolle spielen wird.
Die Auswirkungen von Biokraftstoffen sind in ökologischer und sozialer Hinsicht zum Teil hochprobematisch.
Wasserstoff ist potentiell ein gigantischer Energiespeicher, aber er muss energieaufwendig hergestellt werden.
Der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung eines E-Autos ist hoch. E-Autos, die mit Strom aus Steinkohle angetrieben werden, haben eine schlechtere CO2-Bilanz als diesel- oder benzinbetriebene PKWs . Auch E-Autos schädigen die Umwelt.

21. Fossil und gleichzeitig erneuerbar in die Zukunft? Das globale Energiesystem im Umbruch
Wir müssen weg von Erdöl, Kohle und Gas. Sie werden knapp und teuer werden und das Klima ist gefährdet.
Ketzerische Frage: Nehmen wir an, dass 100% erneuerbare Energie mit enormen Aufwand bis 2050 machbar wären. Grüne Energie wäre üppig verfügbar. Hinsichtlich der Expansion von rohstoffintensiven Ernährungs-, Mobilitäts- und Einrichtungsstilen gäbe es keine Grenzen mehr. Das dominante kulturelle Modell fortwährender Expansion würde uns weiter in die falsche Richtung treiben. In die Richtung: Zerstörung des Planeten.

22. Unehrliche Ölpreise und sinkende Nettoenergie
Mainstream-Ökonomen postulieren, dass letzten Endes alles nur eine Frage des Preises sei, Energie gäbe es genug. Wenn die Preise für fossile Brennstoffe steigen würden, spränge die Forschung an. Andere Stoffe würden dann eben verbraucht. Es gelte der Grundsatz der Substitution: Güter seien prinzipiell austauschbar.
Der Gedanke ist nicht vollkommen verkehrt, in vielen Wirtschaftszweigen erweist er sich tagtäglich als richtig. Dieser These sind aber dennoch einige Argumente zu entgegnen. Zunächst: Preise sind nicht immer gute Koordinierungsmechanismen.
Am Beispiel des Ölpreises lässt sich das gut demonstrieren.

Nettoenergie, ein Schlüsselkonzept der Zukunft
Neben all dem gibt es einen weiteren schlagkräftigen Einwand, der gegen die Idee der Substitution spricht. Er hat mit dem schon mehrfach erwähnten Best-First-Prinzip zu tun. Erinnern wir uns an das Bild des Pflaumenbaumes: Zuerst werden die Früchte gepflückt, die niedrig hängen. Um die hohen Früchte genießen zu können, muss mehr Aufwand betrieben werden. Man braucht unter Garantie eine Leiter und mehr Geschick.
Das Best-First-Prinzip lässt sich auf die meisten Rohstoffe und Metalle anwenden. Für Energierohstoffe lässt sich fragen: Wie viele Energieeinheiten müssen eingesetzt werden, um eine Energieeinheit zu erhalten? Hoffentlich nicht zu viele. Wenn man nämlich zwei Energieeinheiten aufwenden muss, um eine Energieeinheit zu ernten, dann sind Preiskriterien belanglos, es ist energetisch schon Unsinn. Damit sind wir beim Konzept der Nettoenergie angelangt.
Hinter dem Konzept der Nettoenergie steckt eine simple Subtraktion: Man schaut, wie viele Energieeinheiten man erhält, und zieht davon die eingesetzten Energieeinheiten ab.
Das Energie-Gewinn- Verhältnis (EROEL Energy return on energy invested) ist fast dasselbe. Es beschreibt das Verhältnis zwischen gewonnener Energie und der Energie, die direkt und indirekt für die Gewinnung eingesetzt wurde.
EROEI = gewonnene Energie/aufgewendete Energie
Es handelt sich um keine Subtraktion, sondern um eine Division. Klar ist aber: Je höher dieser Wert ist, desto besser. Ein niedriger Wert zeugt von geringer Effizienz. Klar ist auch: Wenn das Energie-Gewinn- Verhältnis schlecht ist, fällt auch die Nettoenergie bescheiden aus. Im Folgenden verwenden wir daher der Einfachheit halber die beiden Begriffe synonym.
Das Energie-Gewinn-Verhältnis wird in der öffentlichen Debatte um Energiefragen kaum beachtet. Es ist nicht unumstritten, weil die Berechnung schwierig und mit vielen Unsicherheiten belastet ist. Grundsätzlich handelt es sich aber um eine sehr interessante Größe.

(Eine grundsätzliche Schwäche des Nettoenergie-Konzepts ist die Vernachlässigung der qualitativen Unterschiede der Energieträger. Im Prinzip werden Äpfel und Birnen addiert, und am Ende kommt ein einziger Wert heraus. Doch nicht jedes Joule ist identisch. Mit Benzin werden andere Dinge befeuert als mit Strom oder Holz. Vgl. König, Julian: Peak Oil und die Verwundbarkeit
moderner Gesellschaften. Verursacht das Ende des billigen Öls eine Krise der Wachstumsökonomien?,
Arbeitspapier zur Internationalen Politik und Außenpolitik, Universität zu Köln, Köln 2012, S. 29.)

Alle vorliegenden Studien zum Thema Nettoenergie: Das Energie-Gewinn-Verhältnis nimmt bei fossilen Quellen im Zeitverlauf immer weiter ab.
Das Konzept der Nettoenergie sagt auch etwas zu der wichtigen Frage rechtzeitig alternative neue Energiestrukturen aufzubauen. Weil der Aufbau nicht nur Zeit und Geld benötigt, sondern auch eine Menge Energie. Wenn man in dem Moment investieren muss, in dem man die Energie am dringendsten braucht, sitzt man bereits in der Falle.
Düsterer Ausblick für die Energieversorgung und das Wachstum
Langfristig besteht eine enge Verbindung zwischen den Energie-Gewinn-Verhältnis und den Preisen für Energie-Rohstoffe. Verschlechtert sich das Energie-Gewinn-Verhältnis, so steigen die Preise und die Gewinne geraten unter Druck.
Der Ökonom Andrew Lees erwartet gar für 2020 ein totales Energie-Gewinn-
Verhältnis von nur noch 5:1. Das kommentiert Morgan wie folgt:
»Die politischen Entscheidungsträger müssen hoffen, dass Andrew Lees,
sich in Bezug auf das EROEI im Jahr 2020 total irrt. Wenn das Verhältnis tatsächlich auf 5: 1 zurückgeht, dann ist die Wirtschaft, die wir kennen, am Ende. So einfach ist das.« Es bleibt zum Schluss dieses Kapitels also ein etwas fader Geschmack zurück. Man fühlt sich unfreiwillig an den Ausspruch des deutschen Dramaturgen Heiner Müller erinnert, wonach „Optimismus nur ein Mangel an Information ist.“
Es ist wenig in Sicht, was die fossilen Brennstoffe in ihrer Quantität und Qualität ersetzen kann. Die Nettoenergie aus erneuerbaren Quellen ist trotz des hohen theoretischen Potentials eher niedrig. Daher wird der Wirtschaft der Zukunft möglicherweise weniger Energie als heute zur Verfügung stehen. Erdöl im Speziellen und fossile Brennstoffe im Allgemeinen sind vermutlich nur partiell ersetzbar. Es ist durchaus denkbar, dass nach dem Eintreten des Ölfördermaximums eine Versorgungslücke entsteht. Der Energieanalyst Chris
Martenson bringt die Konsequenz daraus auf den Punkt: »Es gibt nicht genügend
Nettoenergie für das ökonomische Wachstum, das wir wollen und brauchen.

23. Das Ende der Ära des fossilen Kapitalismus
Alle großen und wichtigen ökonomischen Theorien wurden in einer Zeit entwickelt, als Energie billig und reichlich vorhanden war. Erschwingliche Energie wurde und wird immer noch als gegeben angenommen.
Elmar Altvater: eine akkumulationstheoretische Betrachtung
David Korowicz: eine geldtheoretische Betrachtung
Peak Oil auf dem Regierungsradar: amerikanische und deutsche Studien prognostizieren je nach Geschwindigkeit der Abnahme mäßige bis drastische Folgen.


PEAK EVERYTHING
24. Ressourcenerschöpfung und Artensterben.
Von Peak Oil zu Peak Everything?
Zahlreiche lebensnotwendige Ressourcen sind einem nie dagewesenen Druck ausgesetzt:
Trinkwasser, Wälder, Meere und Ozeane sowie Böden.
Instrumente für diese Tatsachen: Ökologischer Fußabdruck und Biokapazität
Die IPAT-Formel: die Umweltbelastung erfolgt durch Bevölkerungswachstum, materiellen Wohlstand und Technologie, wobei die Verteilung des Wohlstands nicht beachtet wird.
Overshoot: Was sich freier Handel und globaler Markt nennt, bekommt einen anderen Namen, wenn man die Perspektive der Entwicklungsländer einnimmt. Vor allem Europa und die USA bemächtigten sich lebenswichtiger Ressourcen.
Der Fischfang in den frei zugänglichen Meeren ist größer als der Nachwuchs.
Sand: der globale Jahresverbrauch an Sand beträgt geschätzt 15 Milliarden Tonnen pro Jahr. Recycling ist prinzipiell möglich es sei denn er steckt im Beton.

25. Nahrung, die Achillesferse des 21. Jahrhunderts?
Ökologe Lester Brown: „Ich habe lange Zeit die Idee abgelehnt, dass die Nahrungsversorgung zur Sollbruchstelle im 21. Jhd. wird. Heute denke ich nicht, dass es so sein könnte, sondern dass es so ist.
Gründe: Hoher Energieaufwand, Bodenerosion durch Klimawandel, Ansteigen der Fleischproduktion, Überweidung.
Der Pflug als Fluch: Erosion
Vandana Shiva: „die industrielle Landwirtschaft (…) beutet nicht nur die Menschen aus, sie beutet die Natur selbst aus. Nach einer kurzen Zeit hat sie die Erde mit ungeheueren Mengen an chemischen Dünger vergiftet und eine Verwüstung und Versteppung der Landschaft provoziert.“
Probleme mit Wasser ua. werden unterirdische Wasserbecken (Aquifere), die sich über lange Zeit gebildet haben, angezapft.


26. Methusalem Malthus – die Rückkehr eines Untoten?
Zwischen Bevölkerungsentwicklung und Umweltkrise besteht eine kausale Verbindung. Sie ist aber richtig einzuordnen. Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung trägt wesentlich zur globalen Erwärmung bei.
Lothar Meyer: „Was uns den Garaus macht, ist nicht nur das Wachstum der Bevölkerung, sondern das Verbrauchsniveau. (…) Heute läuft die menschliche Art mit hoher Geschwindigkeit in eine durchaus malthusianische Klemme – dass sie ein wenig anders konstruiert ist als Malthus vorausgesagt hat, macht sie nicht weniger tödlich.“
Oxfam-Studie 2015: die reichsten 10% der Weltbevälkerung verursachen die Hälfte der Kohlendioxid-Emissionen.

 27. Das Comeback der Geopolitik
Die steuert auf mehr Ungleichheit zu. Die Ressourcen werden knapper. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Konflikten zwischen den Besitzenden und den Habenichtsen.


28. Zeitenwende
Die Grundanforderung für Realismus ist, sich nichts vorzumachen. Die Welt steht vor einem Epochenbruch. Der finanzmarktgetriebene Kapitalismus wird langfristig mit stärkeren Kräften kollidieren: endlichen Ressourcen, schweren Umweltverschmutzungen und einer womöglich eingeschränkten Energieversorgung. Wir brauchen tiefgreifende wirtschaftliche, politische und soziale Veränderungen.

Was tun? Gut leben statt unendlich wachsen!  „Wenn wir nicht das Unmögliche tun, könnten wir mit dem Undenkbaren konfrontiert sein.“ (Murray Bookchin)
Einen gut durchdachten Rettungsplan kann und will ich nicht liefern. Er wäre unserer Situation unangemessen, weil hoffnungslos unterkomplex. Die Geschichte lehrt, dass die meisten von Menschen geplanten großen Transformationen schief gegangen sind. Große historische Umwälzungen vollziehen sich unabsichtlich und ungeplant. Eine Epochenwende kann nicht technokratisch geplant werden. …

Es folgen weitere Hinweise und Ratschläge mit den Überschriften:
Keinen Keil zwischen Ökologen und Gewerkschaften treiben
Individuelle Verhaltensänderungen
Bloch, Fromm, Adorno
Das gute Leben
Transition Towns
Die Rolle des Staates
Revitalisierung der Demokratie
Ökologisches Grundeinkommen
Nachhaltigkeit institutionalisieren
Buen Vivir – Lehren aus Ecuador und Bolivien
Was politisch unbedingt getan werden muss
Gratiskultur und Verbot der Werbung
Die Verantwortung der Privilegierten

Die Bedeutung der Wahrnehmung
Trotz dieser recht optimistischen Aussagen dürfte sich bei manchen der Eindruck einstellen: Niemand wird die multiple Krise lösen, die Lage ist hoffnungslos. Vielleicht ist sie das. Vielleicht aber auch nicht.
Apathie ist keine Option. »Die schlimmste aller Haltungen ist die Gleichgültigkeit «, schrieb der berühmte französische Resistance-Kämpfer Stephane Hessel, 93-jährig. Zu bedenken gilt dabei, dass Wahrnehmung etwas sehr Subjektives ist. Entscheidend ist, welche Bedeutung man Ereignissen oder Schicksalen zukommen lässt.
Die Industrialisierung, der Kapitalismus oder die Neolithische Revolution sind Entwicklungen, die man als durchaus verheerend bezeichnen kann. Sie haben sich ohne bösen Willen vollzogen. Für die Zukunft bringt es viel, den Blick in den Rückspiegel zu werfen, aber wenig, mit dem Schicksal zu hadern.
Wir selbst haben die Möglichkeit zu entscheiden, wie sehr wir uns von bestimmten Entwicklungen frustrieren und lähmen lassen wollen oder nicht. Vielleicht gibt es keinen Sinn, kein großartiges Design im Universum, keine Leitlinien für das Leben außer denen, die der Mensch sich selbst schafft. Wenn wir also eine Lebensweise entwickeln, die für uns Sinn ergibt, ist schon viel erreicht.
In die gleiche Richtung hat sich der große US-amerikanische Sozialhistoriker Howard Zinn geäußert. In seinem letzten öffentlichen Beitrag vor seinem Tod schrieb Howard Zinn:

»Ein Optimist muss nicht unbedingt ein unbekümmerter, leicht vertrottelter Mensch sein, der im Dunkel unserer Zeit vor sich hinpfeift (um sich Mut zu machen). Wer auch in schlimmen Zeiten die Hoffnung nicht aufgibt, ist kein romantischer Narr. Er kann sich darauf berufen, dass die menschliche Geschichte nicht nur eine Geschichte des Konkurrenzkampfes und der Grausamkeit ist, sondern auch die Geschichte der Leidenschaft, des Opfers, des Mutes und der Güte.
Die Entscheidung, die wir in dieser komplizierten Situation treffen, wird unser künftiges Leben bestimmen. Wenn wir nur die Schwierigkeiten sehen, wird das unsere Fähigkeit zur Gegenwehr zerstören. Wenn wir uns aber an die vielen historischen Begebenheiten und Orte erinnern, bei und an denen sich Menschen unerschrocken zur Wehr gesetzt haben, ermutigt uns das zum Handeln und eröffnet uns zumindest die Möglichkeit, diese taumelnde Welt in eine andere Bahn zu lenken. Wenn wir jetzt im Kleinen zu handeln beginnen, müssen wir nicht auf eine großartige utopische Zukunft warten. Die Zukunft ist eine unendliche Folge von gegenwärtigen Zuständen, und wenn wir trotz der schlimmen Zustände, die jetzt herrschen, schon so zu leben beginnen, wie Menschen unserer Meinung nach leben sollten, ist das schon ein wunderbarer Sieg.«

 


Glossar, Literaturverzeichnis, Nachweis der Eingangszitate finden sich in einem pdf-Dokument: Nicoll_Litverz_Glossar_Zitate